Protokoll der Bezirksversammlung
vom 27.10.2004

Um 19.40 Uhr Eröffnung und Begrüßung der Mitglieder durch Herrn Hans-Karl Limberg, der speziell Bürgermeister Voß willkommen hieß.
 
1. LIDL
 


Zu diesem Punkt der Tagesordnung berichteten die Sieker Vertreter, Herr Ekkehard Heinbockel und Karl-Hermann Vahle von der Besichtigung des Auslieferungslagers in Rade folgendes:
Wenn man das Gebäude von außen sieht, fühlt man sich bereits erschlagen, dieser Eindruck wird jedoch noch weit übertroffen, wenn man sich im Innenraum befindet. Es ist schwer, sich die gesamte Ausdehnung einer solchen Halle vorzustellen. Während der Besichtigung konnte ein offenes Gespräch mit der dortigen Geschäftsleitung über die Strukturen und zu erwartenden Problemstellungen geführt werden. Es handelt sich dabei um ein großes Investitionsprojekt, wobei alle Leistungen für das Gebäude und seinen Betrieb von örtlichen Unternehmen erbracht werden sollen. An sechs Tagen in der Woche wird das Auslieferungslager rund um die Uhr in Betrieb sein, wobei auch soziale Einrichtungen für Fahrer (Kantine, Duschen etc.) und anderes Personal vorgehalten werden. Gewerbesteuer wird am Ort bezahlt, wobei man von einem Betrag in sechsstelliger Höhe ausgeht. Es gibt eine gut qualifizierte Führungsmannschaft, bei den übrigen Arbeitsplätzen kann man eher nur von „Jobs“ reden. Von dem geplanten Lager aus sollen insgesamt 76 Geschäfte in Hamburg, Lübeck im südlichen Schleswig-Holstein und in Teilen von Mecklenburg-Vorpommern beliefert werden. Es wird von rd. 500 LKW Bewegungen täglich ausgegangen, wobei die Anbindung an die Autobahn noch problematisch erscheint. Der Informationsstand der Gemeindevertreter in Siek ist nicht ausreichend, jedoch wird das Projekt im Bauausschuss in Siek positiv bewertet, wobei eine Änderung des Flächennutzungsplans und ein neuer Be-bauungsplan erforderlich wird, beides bedarf der Absegnung durch die Gemeinde. Lidl möchte das Projekt innerhalb von drei Jahren verwirklicht sehen. Die Baumaßnahmen würden europaweit ausgeschrieben werden, so dass nicht un-bedingt Unternehmen aus der näheren Umgebung von diesem Projekt profitieren würden.

Herr Voß nahm nun seitens der Gemeindeverwaltung zu diesem Vorhaben Stellung. Wie er ausführte hat die Gemeindevertretung eine Resolution verabschiedet und begründet dies vor allem mit der zu erwartenden Lärmbelästigung durch
• Schallreflexion
• LKW-Verkehre und
• Eigenlärm
Dies wird noch gutachtlich geprüft. Die sich daraus ergebenden Argumente müssen gut formuliert werden. Zu kritisieren bleibt allerdings das bisherige Verhalten von Gemeindeverwaltung und CDU in Siek, wobei besonders erstaunlich ist, dass die positive Entscheidung in der Sieker Gemeindevertretersitzung gefällt wurde, ohne zu wissen, um welchen Investor es sich handeln würde. Auf Kreis- und Landesebene scheint man sich jedoch einig zu sein, dass das Gebäude so errichtet werden soll. Es ist sicherlich auszuschließen, auf die Baugestaltung noch Einfluss nehmen zu können. Lidl selbst kann man sicherlich keinen Vorwurf machen, jedoch erscheint das Verhalten von WAS, Kreis und Land sehr befremdlich.

Die Taktik des Erschwerens ist wohl derzeit das einzige Mittel, die Sache doch noch ins Wanken zu bringen. Auf jeden Fall muss man jedoch in die Lage versetzt werden, alle Vor- und Nachteile im Detail dargelegt zu bekommen. Derzeit wiegen jedenfalls die positiven Aspekte die erkennbaren Nachteile nicht auf.

Anfrage von Herrn Koch aus Siek:
  Was für eine Satzung hat die WAS, um solche Projekte hier ansiedeln zu können, ökologische Aspekte scheinen überhaupt keine Berücksichtigung gefunden zu haben, auch ist nicht erkennbar, dass ein Vorab-Logistik-Konzept erstellt wurde. Selbst von dem geplanten Gartenbauzentrum ist eine Standortstudie vorgelegt worden, dies kann man auch von Lidl erwarten.

Wir müssten noch viele positive Aspekte finden, um diese Ansiedlung befürworten zu können, momentan können wir dies jedenfalls nicht tun.

 
2. Grundversorgung in Großhansdorf
 


Im Eilbergweg fehlen die Parkplätze vor den Läden von PENNY und REWE; wobei auch beide angekündigt haben, dass sie eine Verlängerung ihrer Mietverträge sehr kritisch prüfen werden. Daher muss die Verwaltung vorab aktiv werden, um die Grundversorgung in Großhansdorf durch einen Vollsortimenter und einen Discounter zu gewährleisten. In Frage käme das Grundstück gleich nach der U-Bahn Brücke auf dem LVA Gelände (vor der Villa), um dort einen Supermarkt anzusiedeln und auch das Grundstück zwischen dem Kreisel und dem Mühlendamm für einen Discounter (auch Lidl wäre daran durchaus interessiert). Jedoch müssen erst einmal die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie abgewartet werden.

 
3. Parkhotel Manhagen
 


Das Grundstück im Park Manhagen gehört zu 4/6 dem Kreis und je zu 1/6 der Stadt Ahrensburg und Großhansdorf. Trotz der idealen Lage und des möglichen Synergieeffektes mit der Parkklinik haben alle bisherigen Recherchen ergeben, dass ein Hotel mit 30 – 40 Zimmern, für das eine Rendite von ca. 10% berechnet wurde, an dieser Stelle einfach zu groß wäre. Es wird im Moment geprüft, ob statt dessen ein Restaurant mit einigen Fremdenzimmern eine bessere Alternative sein könnte.

 
4. Baumschutzsatzung
 


Es soll für Großhansdorf eine neue Baumschutzsatzung erarbeitet werden, die den aktuellen gesetzlichen Bestimmungen entspricht. Grundsätzlich möchte die CDU jedoch an einer Baumschutzsatzung festhalten. Ein entsprechender Entwurf der CDU sollte dann von der Gemeinde geprüft werden. Allgemein war man der Meinung, dass man eher nur die Bäume schützen sollte, die eine Art Denkmal darstellen, ansonsten aber den Bürgern die Gestaltung ihrer Gärten selbst überlassen.

 
5. Erweiterung der Park-Klinik
 


In Kiel wird Ende November (aber vielleicht auch erst im Mai 2005) entschieden, ob der Erweiterung der Parkklinik die Präferenz gegenüber den Ideen aus Ahrensburg gegeben wird. Selbst wenn eine negative Entscheidung fallen sollte, hat man trotzdem alles was erforderlich war gemacht und letztlich gegenüber Ahrensburg einen planerischen Vorteil.

 
6. Siek
 


Folgende Themen sind derzeit aktuell: Das Rückhaltebecken in Meilsdorf macht nach wie vor Probleme. Der dritte Bauabschnitt der Umgehungsstraße wird in Angriff genommen. Die Planungen für einen Golfplatz sind wieder in der Versenkung verschwunden. Die Erweiterung des EDEKA-Marktes wurde inzwischen genehmigt.

 
7. Hoisdorf
 

Aus diesem Ort gibt es keine wesentlichen Ereignisse zu berichten. Die Gründung eines Ortsverbandes erscheint möglich. Herr Tantzen als Direktkandidat für die Landtagswahl wird zusammen mit den beiden anderen Kandidaten am nächsten Wochenende einen Flyer erstellen, in dem die wesentlichen Themen für die Landtagswahl kurz skizziert werden.

 
8. Kreistagsfraktion
 

Die wesentlichen Themen derzeit sind
• Haushalt
• Klimaschutz
• Schülerbeförderung
• Abfallbeseitigung


Ende der Sitzung um 22.15 Uhr


Protokoll: Heidrun Marx